Rom 8,9.11-14
Matthäus 11, 25-30
Gerade in dieser Periode der Fußball-Weltmeisterschaft können wir es immer wieder sehen und erfahren: Ein Spieler meiner Mannschaft macht ein Tor. Im Stadium bricht ein Sturm der Begeisterung los. Sogar in der eigenen Wohnung, vor dem Fernseher, springt man vom Sofa auf. Eine Begeisterung die fast wie eine Hysterie ausschaut. Was ist diese Begeisterung eigentlich? Irgendein Geschehen entfesselt in mir eine innere, geistige Kraft, die oft zu einem merkwürdigen, ungewohnten, körperlichen Verhalten führt.
Aber es können auch kleine Dinge sein, die mich begeistern : Ein Buch, ein Film, ein Theaterstück, ein Konzert. Diese Dinge machen etwas mit mir, sie berühren mich innerlich. In bestimmten Fällen bewirkt diese Begeisterung, dass ich Gewohnheiten, äußeres Verhalten ändere. Es gibt Begeisterungen, die sogar mein Leben verändern können.
In seinem Brief an die Christen in Rom sagt Paulus z.B.: „Ihr aber seid nicht mehr von eurer eigenen Natur bestimmt, sondern vom Geist, vom Geist Gottes, der in euch Wohnung genommen hat.“ Der Geist Gottes hat sich sozusagen in mir festgesetzt, ist bleibend in mir anwesend. Wer wirklich an Gott glaubt, spürt in sich eine Lebenskraft, die Kraft Gottes. Gott ist in dir wirksam, er bewirkt etwas in dir. Und dann fügt Paulus noch hinzu: „Der Geist, der in euch lebt, ist ja der Geist dessen, der Jesus vom Tod auferweckt hat. Dann wird derselbe Gott, der Jesus vom Tod auferweckt hat, auch euren todverfallenen Leib lebendig machen. Das bewirkt er durch seinen Geist, der schon jetzt in euch lebt.“ Und: „Alle, die sich vom Geist Gottes führen lassen, die sind Gottes Söhne und Töchter.“ Gottes Geisteskraft bewirkt in mir das Gefühl der Verbundenheit mit Gott, so dass ich mich wie sein Sohn, seine Tochter fühle.
Im Evangelium formuliert Jesus es wieder anders: Gott hat schon begonnen, seine Herrschaft, seine uns verwandelnde Geisteskraft, in uns wirken zu lassen. Nicht jeder spürt oder versteht das: „Das hast du (Gott) den Klugen und Gelehrten verborgen, aber den Unwissenden hast du es offenbar gemacht.“ Wenn ich mit der Einstellung lebe, dass ich so gescheit und wissend bin, dass ich nur auf mich selbst vertraue, dass dieser Gott in meinem Leben keine Rolle spielt, dass ich ihn nicht brauche.... dann kann Gott in mir keine Begeisterung für ihn und durch ihn wecken.
Deswegen lädt Jesus uns ein: „Stellt euch unter meine Leitung und lernt bei mir; dann findet euer Leben Erfüllung.“ Es ist also eine Vertrauenssache. Ich vertraue darauf, dass das, was Jesus über Gott gesagt hat, zutrifft. Gott ist für uns, für mich, wie ein liebender Vater, der nur unser Wohl will und der sogar nicht zulassen wird, dass wir durch den Tod vernichtet werden. Er wird uns endgültiges, gelungenes Leben schenken.
Diese von Gott bewirkte Begeisterung weckt in mir Freude, Lebenslust, Zuversicht. Es wird alles gut - egal wie mein Leben jetzt auch ausschauen mag. Ich bin von Gott begeistert. Er berührt mein Innerstes. Und deswegen singen wir in unseren Liedern immer wieder: „Voll Vertrauen gehe ich den Weg mit dir, mein Gott - Der mich atmen lässt bist du, lebendiger Gott - Alle Tränen wird er trocknen - Gott bring mein Innerstes zur Ruhe - Nie tiefer als in seiner Hand - Meine Zeit steht in deinen Händen - Gib uns allen deinen Geist - Begeistere uns. Es entsteht Lebensfreude.